Landwirtschaft

Gutachten gegen die Ministerin - Klöckners Berater fordern Agrarwende

Unangenehme Lektüre für Julia Klöckner: In zwei neuen Gutachten rechnen die Wissenschaftlichen Beiräte der Landwirtschaftsministerin mit der bisherigen Agrarpolitik ab - und stellen sich damit gegen die Regierung:

Pünktlich zur Grünen Woche, der Leistungsschau der Agrarindustrie, trommelten rund 100 Organisationen zur Kundgebung "Wir haben es satt". In einem kilometerlangen Konvoi aus Treckern tuckerten Biobauern aus ganz Deutschland durch die Hauptstadt; gleichgesinnte Bürger lärmten dazu auf Kochtöpfen und ließen Schmetterlinge und Bienen aus Pappmaché aufsteigen.

An diesem Montag, mehr als vier Monate später, folgt so etwas wie die wissenschaftliche Antwort auf viele Forderungen der Demonstranten. Die Wissenschaftlichen Beiräte für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) sowie für Biodiversität und Genetische Ressourcen übergeben zwei dicke Gutachten an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Allein das Papier der 19 Top-Agrarexperten hat 93 Seiten. Doch auf Klöckners Wunsch hin geschieht das hinter verschlossenen Türen und ohne Kameras.   mehr ...

Erntehelfer - Wer rettet die Erdbeeren?

Bauern sind in Sorge: Früchte vergammeln auf Feldern, weil es zu wenig Erntehelfer gibt. Wo sind die vielen Saisonkräfte hin? Und wer könnte die Arbeit stattdessen tun?
 
Normalerweise bestimmt das Wetter, wann Obst und Gemüse vom Feld kommt. In diesem Jahr ist es der Mensch. Oder besser gesagt: jene Menschen, die nicht da sind. Immer mehr Bauern klagen, dass ihnen die Saisonarbeiter fehlen und dass ihnen Spargel und Erdbeeren auf den Feldern verderben, weil sie nicht schnell genug geerntet werden können. "Im Frühjahr dachten wir noch, alles würde ähnlich verlaufen wie letztes Jahr. Aber jetzt wissen wir: Es wird ernst", sagt Burkhard Möller, Hauptgeschäftsführer des landwirtschaftlichen Arbeitgeberverbands GLFA. "Es muss etwas passieren."   mehr ...

Neue EU-Agrarpolitik - Rückschritt statt Aufbruch

Als "umwelt- und klimapolitischen Rückschritt" bezeichnet Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), die heute von der EU-Kommission vorgelegten Legislativvorschläge zur zukünftigen EU-Agrarpolitik nach 2020. Anstatt verbindliche Vorgaben für eine umweltfreundliche, bäuerliche Landwirtschaft Europas zu machen und die Bäuerinnen und Bauern auf diesem Weg zu unterstützen, bliebe die EU-Agrarpolitik (GAP) nahezu unverändert.   mehr ...

 
 

Lebensmittel / Ernährung

Wie billig darf Fleisch sein? Dieses Edeka-Sonderangebot ist unfassbar

Bei Edeka gab es vergangene Woche ein besonderes Sonderangebot: Hähnchenfleisch für nur wenige Cent pro 100 Gramm. Noch absurder: Das Fleisch war mit einem Tierwohl-Label zertifiziert. Auf Facebook sorgte das Angebot für einen Shitstorm:

Fleisch wird im Supermarkt meist viel zu billig verkauft. Der „Montags-Knüller“ von Edeka geht jedoch eindeutig zu weit: 100 Gramm Hähnchenschenkel mit Rückenstück kosteten vergangenen Montag gerade mal 15 Cent.   mehr ...

Petition Campact: Patente auf Leben stoppen!

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Agrarkonzerne reißen die Natur an sich - und sichern sich Patente auf Obst- und Gemüsesorten. Das ist seit 2017 eigentlich verboten, doch die Regelung hat eine Lücke. SPD-Ministerin Katarina Barley kann dieses Schlupfloch jetzt schließen, wenn sie sich am 27. Juni im Verwaltungsrat des Europäischen Patentamts dafür stark macht.

Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell an Ministerin Barley!  

So frech verkaufen Hersteller ihre Lebensmittel als gesund

Dreiste Werbung: Der Bundesgerichtshof hat einer Brauerei verboten, ihr Bier „bekömmlich“ zu nennen. Unsere Autorin war im Supermarkt – und hat jede Menge zweifelhafte Etiketten gefunden.   mehr ...

Experiment - Penny räumt alle Bienen-Produkte aus

Von den rund 2500 Lebensmitteln und anderen Produkten in Discount-Supermärkten der Kette Penny gäbe es nur weit weniger als die Hälfte, wenn es keine Bienen mehr gäbe. Darauf machte die zum Rewe-Konzern gehörende Kette aufmerksam, indem sie versuchsweise all diese Produkte aus einer Filiale im niedersächsischen Langenhagen ausräumte. Sechzig Prozent der Produkte gab es nicht mehr.   mehr ...

 

3sat: "Kampf dem Zucker! Die Politik muss die Industrie in die Pflicht nehmen."

Massentierhaltung in Deutschland

Nicht zuletzt durch Umweltthemen gerät die in Deutschland praktizierte Massentierhaltung immer mehr in Verruf. Und die dramatische Abnahme von Arten generell und Insekten im Besonderen gibt Anlass zu Besorgnis.

Entspricht unser Umgang mit Lebewesen und Natur heute noch den Normen einer modernen Zivilisation? Ordnen wir nicht unsere Werte einem hemmungslosen Profit- und Wachstumsstreben unter auf Kosten der Tiere?

Derzeit kann gut beobachtet werden, wie sich immer mehr NGOs dagegen wehren und Politik und Wirtschaft herumeiern ...

 

Doku-Tipp - Schweinerei im Schlachthof

Die ZDF-Doku „Schweinerei im Schlachthof“ deckt mangelhafte Kontrollen, Tierschutzverstöße und Lobbyismus bei Europas Schweinefleisch-Exportmeister auf. Denn nirgends ist Fleisch so billig wie in Deutschland – und den Preis dafür zahlen die Tiere:

Vor einem Jahr haben Aktivisten gravierende Missstände bei einem Schlachthof in Fürstenfeldbruck aufgedeckt: Schweine werden mit Betäubungszangen gequält und bei vollem Bewusstsein geschlachtet. Die Hälfte des Fleischs landet mit einem Bio-Siegel später im Supermarkt. Nachdem die Vorwürfe bekannt wurden, musste der Betrieb monatelang schließen – ein Prozess steht noch aus.   mehr ...

Klöckner will Tierwohllabel mit drei Stufen

Agrarministerin Julia Klöckner möchte für das geplante Tierwohllabel für Fleisch im Supermarkt drei Qualitätsstufen festlegen. Bislang waren zwei Qualitätsstufen geplant. Die Teilnahme ist für Landwirte freiwillig:

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat Eckpunkte für das geplante staatliche Tierwohllabel für Fleisch im Supermarkt vorgestellt. Die Kennzeichnung für bessere Haltungsbedingungen soll drei Stufen haben, teilte das Ministerium mit. Dabei solle die Eingangsstufe "eindeutig über dem gesetzlichen Standard" liegen. Eine Teilnahme soll für Landwirte freiwillig sein, die Kriterien müssten dann aber verbindlich eingehalten werden. Welche Auflagen die Bauern bei der Tierhaltung im einzelnen für die verschiedenen Einstufungen einhalten müssen, wurde zunächst noch nicht mitgeteilt, es wird zum Beispiel um größere Ställe, bessere Schlachtbedingungen und regelmäßige Fortbildungen der Landwirte gehen.   mehr ...

Zu enge Einzelkäfige für Schweine - Lasst die Sau raus!

Die Landkreise mit den meisten Schweinezüchtern setzen einen Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts für mehr Tierschutz auch nach eineinhalb Jahren nicht um. Deshalb werden die 1,9 Millionen Sauen in Deutschland überwiegend monatelang in Einzelkäfigen gehalten, die so klein sind, dass die Tiere nicht jederzeit die Beine ausstrecken können. Das zeigen Antworten der zehn Landkreise mit den meisten Plätzen in Schweinezuchtbetrieben auf Anfragen der taz.   mehr ...

Legehennen - Öko überholt Käfig

Wer Hühnereier zum Kochen, Backen oder auch zum Anmalen als Oster-Dekoration kaufen möchte, kann zwischen Eiern aus Bodenhaltung, Freilandhaltung, Käfighaltung oder ökologischer Erzeugung wählen. Eier aus Käfighaltung sind dabei immer unbeliebter geworden. Wie die Infografik von Statista zeigt, gab es in Deutschland 2017 erstmals mehr Haltungsplätze für Hennen im Bereich der ökologischen Erzeugung als in der Käfighaltung. Das wirkt sich auch auf die Zahl der produzierten Eier aus: rund 1,3 Milliarden Öko-Eier wurden produziert, aber nur 1,0 Milliarden Eier aus Käfighaltung. Am meisten Hennenhaltungsplätze gibt es derzeit in der Bodenhaltung (31,4 Millionen), gefolgt von der Freilandhaltung (7,4 Millionen). Jede Legehenne hat vergangenes Jahr rund 298 Eier produziert – das entspricht 0,82 Eiern pro Tag.   mehr ...
 
Infografik: Legehennen - Öko überholt Käfig | Statista

 

Weiteres Zeit: "Bundesgerichtshof - Fernsehsender dürfen illegale Aufnahmen von Massentierhaltung zeigen."

Campact: "Petition: *** Schließung des Schlachthofes in Düren aufgrund von massiver Tierquälerei ***."

TAZ: "Bauernverband gibt Widerstand auf - Durchbruch für neues Fleischsiegel."

SZ: "Tierhaltung - Warum deutsche Bauern Schweinen den Ringelschwanz abschneiden."

Petition WeAct: "Retten Sie 50 Millionen Küken."

Petition BUND: "Raus aus der Massentierhaltung."

Lebensmittelzeitung: "Tierwohl - Lidl führt Haltungskompass ein."

Zeit: "Tierschutz - Alternativen zum Kükenschreddern sollen bald kommen."

BUND: "Fleischatlas 2018."

FAZ: "Künstliches Fleisch - Ersetzt das einmal die Massentierhaltung?"

SZ: "Forscher belegen Insektensterben - Dramatischer Insektenschwund in Deutschland."

Greenpeace: "Petition Greenpeace: Lidl kann es besser!

FAZ: "Menschen sind Schweine."

TAZ: "Essay über Massentierhaltung - Ei. Ei.

BUND: "Verbindliche Kennzeichnung aller tierischen Produkte."

Agrarheute.com: "Initiative Tierwohl - Bundeskartellamt fordert mehr Transparenz."

SR: "Demo gegen Massentierhaltung."

Greenpeace: "Tierleid beenden: Greenpeace-Aktivisten fordern eine artgerechte Tierhaltung von Minister Schmidt."

TAZ: "Grünen-Plan für artgerechte Tierhaltung - Die Kuh als Wahlkampfhelferin."

BUND: Faktencheck: Ist Geflügelmast besser als Öko-Haltung?

BUND: "Rettet den Aal!"

Ecowoman.de: Klarheit über Haltungsbedingungen - Wir brauchen eine verbindliche staatliche Kennzeichnung für alle tierischen Produkte."

Correctiv.org: "Irrsinn der Agrarpolitik."

Tierschutzbüro.de: "60 Mio. Schweine pro Jahr werden für die Fleischproduktion getötet."

Change.org: "Petition: Totgeschlagene Ferkel - Tierquäler soll verurteilt werden!"

NDR: "Schweres Tierleid - keine Konsequenzen?"

FAZ: "Bundestag beschließt Gesetz gegen Missstände in deutschen Schlachthöfen."